FS.ART, Bodensee

Wolfgang Flad: Resonanz

25.11.2022 - 17.12.2022
09.01.2023 - 11.02.2023

Jeweils Samstags von 11:00 bis 14:00 Uhr
und nach vorheriger Terminvereinbarung unter kontakt@fs-art.de oder 030-44356657

Wir freuen uns sehr, über die Einzelausstellung von Wolfgang Flad in unserem FS.ART Showroom in Tettnang. 

Der Künstler zeigt Werke aus unterschiedlichen Serien, die unter dem Titel Resonanz einen umfassenden Einblick in sein vielseitiges künstlerisches Schaffen geben. Die Arbeiten Flads entfalten unter- und miteinander einen intensiven Dialog über philosophisch-ästhetische Fragestellungen in der Kunst. Die Faszination für das natürlich Gewachsene als formales Erlebnis und das Wissen der ständigen Veränderung aller Dinge eint die verschiedenen Werkserien. Im Schaffen des Künstlers nehmen „einfache“ Materialien, wie zum Beispiel Pappmaché, Dachlatten und Bauschaumplatten eine zentrale Rolle ein. Flad verarbeitet diese im Rahmen seines künstlerischen Prozesses und kodiert sie dadurch inhaltlich neu. 

Die glänzend polierten Aluminiumreliefs aus der Serie force of impact erinnern in ihrer Oberflächenstruktur an die Spuren von Materialkollisionen. Krater von Meteroiteneinschlägen, erodierende Wassertropfen oder Strukturen von Erdbewegungen scheinen hier sichtbar zu werden. Es bleibt dem Betrachtenden überlassen, ob es sich dabei um eine Nahaufnahme vom Hinterhofsand nach einem Sommerregen oder einer fernen Sicht auf eine Planetenoberfläche handelt.  

Sehr ähnlich zeigen sich auch die Oberflächen der Werkserie dark side of the moon. Allerdings zeigt der Künstler hier die in Bauschaumplatten geäzten Oberflächen hinter multichromatischen Glasscheiben. Durch die Bewegung der Betrachter:innen im Raum changieren die Farben und verändern stetig die Erscheinung der Werke je nach Lichteinfall. 

Der Titel der Werkserie weist auf den symbolträchtigen Trabanten, dessen Kraterstruktur zu unserem kollektiven Gedächtnis gehört hin, auch wenn wir nur eine Seite von ihm sehen. Was uns verborgen bleibt, ist die dunkle Seite des Mondes. Dies steigert die Mystik des Narrativs und macht darauf aufmerksam, dass das was wir sehen, nicht alles umfasst, was in Wirklichkeit existiert. 

Ergänzt wird die Auswahl von Arbeiten von zwei großformatigen Werken der Serie dust painting. Diese werden im Rahmen dieser Ausstellung erstmalig öffentlich gezeigt. Die monumentalen Leinwände dokumentieren die Atelierarbeit Flads des zurückliegenden Jahrs. Sie sind in einem additiven Prozess Schicht für Schicht aus Schleif- und Lackierstaub, der im Rahmen der täglichen Atelierarbeit an anderen Werken entstanden ist, gewachsen. 

Last but not least zeigt Wolfgang Flad in Tettnang auch Skulpturen der Serien structures und Xylem die an organisch-gewachsene Netzwerke erinnern. Als filigrane Strukturen umwinden und umgreifen sie den Raum. Sie entstehen in einem langwierigen Prozess, in dem Flad stetig Material hinzufügt und wieder abnimmt. Auch hier verwendet er einfache Materialien, wie Dachlatten oder Rohrreste, die er im Baumarkt bezieht. Die geometrischen „Sockel“ der Arbeiten sind jeweils integraler Teil des Kunstwerks und werden von Flad mit derselben Intensität bearbeitet wie die organischen Formen.