RV#01 bildet den Beginn einer Serie von Ausstellungen, die FS.ART in den kommenden Jahren an wechselnden Orten im Bodenseeraum ausrichten wird. 

In Ravensburg bespielen wir für kurze Zeit die Räume einer ehemaligen Boxhalle in der Ziegelstraße, die noch vor Jahresende abgerissen wird, um einem Neubauprojekt zu weichen. Wir danken der Firma Kirchmaier & Staudacher für die freundliche Unterstützung. 

In der Ausstellung begegnen raumgreifende Skulpturen von Wolfgang Flad den mittel- und großformatigen Papierarbeiten von Caroline Kryzecki. Beide künstlerische Positionen zeugen von der zeitgenössischen Auseinandersetzung mit theoretischen Fragen über Form und Inhalt der bildenden Kunst. Würde man einen Kategorisierungsversuch wagen, so spielt bei beiden sowohl der Aspekt der konkreten Kunst als auch der der Abstraktion eine Rolle. Zudem liegt beiden Positionen ein großes Interesse an Bildsystemen zu Grunde ohne dass die entsprechenden Arbeiten jedoch an sinnlicher Qualität einbüßen.   

Wolfgang Flad (*1974, lebt und arbeitet in Berlin) thematisiert in seinen Arbeiten den Prozess von Wachstum und Veränderung und arbeitet mit den beiden gegensätzlichen Polen der Dynamik und Statik. Zwar legt er seinen Skulpturen einen klaren Entwurf zugrunde, lässt sie dann aber sozusagen organisch entstehen in einem sowohl additiven als auch subtrahierenden Arbeitsprozess, was dazu führt, dass sie bis zum letztendlichen Zustand einer stetig reifenden Entwicklung unterliegen. 

Ganz ähnlich verhält es sich auch bei den Papierarbeiten von Caroline Kryzecki (*1979, lebt und arbeitet in Berlin), obwohl Sie Ihren Zeichnungen eine klar festgelegtes und im Vorfeld minutiös geplantes Bildsystem zugrunde legt. Mit dokumentechtem Kugelschreiber in den marktüblichen Grundfarben schwarz, rot, grün und blau zieht sie diesem System folgend Linie um Linie wobei im Arbeitsprozess durch Überlagerung ein im Vorfeld nicht bis ins Detail planbares Moiré entsteht, das den Blättern unglaubliche räumliche Tiefe verleiht. Wenn man so will, kann man auch hier von organischem Wachstum sprechen, insbesondere auch deshalb, weil durch minimale Ungenauigkeiten beim Zeichnen oder kleine Fehler im festgelegten System Neues und Überraschendes entsteht.