Das malerische Werk von Frank Ahlgrimm zeigt sich in seiner Entwicklung seit den späten 90er Jahren formal stets heterogen. Seine einzelnen Werkserien greifen verschiedenste malerische oder konkrete Elemente auf, die Ahlgrimm dann, vergleichbar zu Remixes in der Musik, auf seinen Leinwänden inszeniert. Dabei werden bestimmte Formelemente mal isoliert voneinander behandelt, mal zu komplexen Bildkompositionen zusammengefügt. Ahlgrimm schuf sich so über die Jahre ein Repertoire von verschiedensten Bildelementen das er vielfältig variieren kann. Dabei folgt dem Prozess der Entleerung stets der Prozess der Anhäufung von einzelnen Elementen. Immer geht es dabei ausschließlich um Malerei, auch wenn Gegenstände oder im wörtlichen Sinne Vorbilder, die er zum Anlass seiner Werke nimmt,  meist auch gesellschaftskritischen Hintergrund haben. So z.B. in seinen Serien „Botox to go“ oder „Als Sieger noch nicht Prada trugen“. 

In seiner aktuellen Ausstellung PARANOIA HISTORY HISTORY PARANOIA stellt Ahlgrimm, der in der ehemaligen DDR geboren ist und schon vor dem Mauerfall gegen viele Widerstände seine Ausreise erwirken konnte, eine seiner figurativen Arbeiten mit dem Titel „Glorreicher Tag “ einer Gruppe von Werken aus der Serie „Forwarded Messages“ gegenüber. 

Dabei zeigt „Glorreicher Tag“ eine fiktive Szene, in der Grenzsoldaten an der Mauer zur BRD ein Wildschwein schlachten. Anscheinend erzählte man sich, dass dieses Ritual immer dann stattfand, wenn ein Fluchtversuch eines DDR-Bürgers vereitelt werden konnte. 

In den „Forwarded Messages“ nimmt Ahlgrimm formal Bezug auf geschwärzte  Textpassagen von z.B. Stasiakten oder anderen Dokumenten mit geschwärzten Textpassagen, die im Netzt veröffentlicht wurden und erweitert sie zu eigenständigen Bildkompositionen. Im Vordergrund steht dabei immer die kompositorische Komponente des Bildes. So geben die Vorbilder sozusagen den Anlass für Ahlgrimms Malerei, die sich dann jedoch Schritt für Schritt formal verselbstständigt und zum eigenständigen Bild wird.