Curator`s Choice zeigt eine Auswahl von sechs Künstlerinnen und Künstlern, die Florian Schmid zusammengestellt hat. Wie der Ausstellungstitel bereits impliziert, handelt es sich hierbei um eine persönliche Auswahl des Kurators, bei der die einzelnen künstlerischen Positionen nicht zwingend einen inhaltlichen Zusammenhang aufweisen. Berührungspunkte der künstlerischen Positionen gibt es jedoch schon. So wird die Auswahl ausschließlich ungegenständliche Arbeiten aufweisen, auch wenn die Inhalte jeweils recht unterschiedlich gelagert sind.

Katrin Bremermann, geboren 1965 in Bremen, lebt und arbeitet in Paris und Berlin Einem breiten Publikum ist die Künstlerin durch ihre fragilen Zeichnungen mit Lack auf gewachstem Papier bekannt geworden. Ebenso arbeitet sie aber auch auf anderen Bildträgern. Ihre Leinwandrahmen z.B. stellt sie selbst her und verleiht ihnen auf Grund der Tiefe und der Form, die selten rechtwinklig ist, objekthafte Dimension. Sie kombiniert in Ihrer Arbeit verschiedene Mal- und Drucktechniken. Druckplatten werden aus allen möglichen Fundstücken erstellt und stets in eine reduzierte, konzentrierte Form gebracht. Wie sie selbst sagt, versucht sie dabei so viel wie möglich wegzulassen um am Ende nur das Wesentliche zu zeigen.

Terry Haggerty, 1970 in London geboren, lebt in Italien und den USA.
Seine Zeichnungen, Bilder und Wandarbeiten wirken stets dreidimensional, obwohl sie sich ausschließlich in der Fläche bewegen. Dabei bilden die Linien, Streifen und Flächen das malerische Gerüst, mit dem Haggerty räumliche Illusion erzeugt. Die Bildoberflächen, die jedweden malerischen Gestus verneinen und mit unzähligen Schichten Firnis bearbeitet sind, wirken in ihrer Perfektion industriell gefertigt. Sie verweisen auf Ansätze der Minimal Art, die der Künstler jedoch mit den Prinzipien der Op Art verbindet.

Caroline Kryzecki, geboren1979 in Wickede/Ruhr, lebt und arbeitet in Berlin.
Obwohl die Künstlerin Ihren Gouachen eine klar festgelegte und im Vorfeld minutiös geplante bildnerische Rahmen-Konstruktion zugrunde legt, wirken diese sehr lebendig und malerisch. Ihre Kompositionsprogramme entwickelt Kryzecki im Vorfeld entlang eines mit Siebdruck auf das Papier gebrachten Rasters. Konzentriert führt sie in Folge das geplante malerische Programm innerhalb dieses Rasters aus und erzeugt in sich verwobene bildnerische Strukturen die durch große malerischer Tiefe überzeigen.

Gerold Miller, 1961 in Altshausen geboren, lebt in Berlin und Italien. Sein künstlerisches Werk zeigt, wie der Weg in die ungegenständliche Kunst unweigerlich in die Realität zurückführt. Seine Arbeiten entstehen aus einem nicht mehr weiter reduzierbaren Einsatz von Form und Farbe und verzichten auf jegliche mögliche Inhaltlichkeit. Die Werke führen direkt in den Zwischenbereich von Bild und Raum und loten sensibel den feinen Schnittpunkt aus, an dem sich Fläche in Raum verkehrt und Abstraktion zu Gegenständlichkeit wird. In seiner DNA bleibt Gerold Miller immer Bildhauer. Auch wenn er überwiegend Wandobjekte macht.

Klaus-Martin Treder, geboren 1961 in Biberach, lebt und arbeitet in Berlin Seit Anbeginn seiner künstlerischen Arbeit verfolgt Treder die Frage nach der Inszenierung von Form in der Malerei und damit folgerichtig verbunden auch der Inszenierung der Malerei an sich. Treder ist ein Stratege. Er fordert und verblüfft, indem er den Betrachter Schritt für Schritt an die Grenzen geschmacklicher Konventionen führt. Seine Bilder sind bis ins kleinste Detail geplant. Der Gestus ist kontrolliert und selbst eine Farbschüttung wirkt nur bei flüchtiger Betrachtung zufällig gesetzt. Denn tatsächlich appliziert Treder vorgefertigte Malereien auf die Leinwand und setzt sie mit Objekten aus seinem Alltag gleich, die er ebenfalls auf die Bildfläche aufbringt.

herman de vries, geboren 1931 in Alkmaar (NL), lebt und arbeitet in Knetzgau/Eschenau. Ausgehend vom Gedanken der ZERO-Bewegung, die de vries in den Niederlanden als Mitglied der Künstlergruppe Nul maßgeblich mit geprägt hat, beginnt er Mitte der 1970er Jahre verstärkt mit der Natur zu arbeiten um diese „Natur-Wirklichkeit“ bewusst zu machen. Als gelernter Botaniker verbindet er stets wissenschaftliche mit künstlerischen Methoden und vertraut auf die bereits in der Natur angelegte formgebende wie zugleich auch objektivierende Kraft des Zufalls. Das Gesamtwerk des Künstlers mit unterschiedlichsten Werkgruppen lässt sich durchaus als universell bezeichnen. Kunst und Leben kommen hier in einem besonderen Maße zur Deckung. In der Ausstellung in Tettnang werden Arbeiten aus seiner Serie von Erdausreibungen zu sehen sein.